KI bei Förderanträgen: schneller prüfen, ohne dass KI entscheidet

Von · Aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine Förderrunde bringt in kurzer Zeit viele Anträge, die alle an derselben Richtlinie zu prüfen sind. KI kann Anträge auf Vollständigkeit prüfen, zusammenfassen und neben die Kriterien der Richtlinie legen. Reihung und Bewilligung bleiben bei der Behörde: Ein Zuwendungsbescheid ist ein Verwaltungsakt mit einer Begründung, die Antragstellende nachvollziehen und anfechten können müssen.

Das Problem ist die Spitze

Förderungen für Kultur, Sport, Soziales oder Klimaschutz arbeiten oft mit Antragsfrist und Budgetgrenze. Alle Anträge kommen gleichzeitig und müssen fristgerecht an denselben Kriterien geprüft werden. Fehlende Unterlagen, nicht aufgehende Finanzierungspläne und Projektbeschreibungen sehr unterschiedlicher Länge bremsen die Arbeit.

Was KI vorbereiten kann

SchrittWas KI tutWas die Prüfperson tut
VollständigkeitFehlende Unterlagen und Felder meldenNachforderung oder Ablehnung als unvollständig
ZusammenfassungZiel, Maßnahmen, Zielgruppe und Finanzierung auf einer SeiteAm Antrag prüfen
KriterienJe Kriterium die einschlägigen Passagen des AntragsJe Kriterium bewerten
FinanzierungsplanRechenfehler und nicht förderfähige Posten meldenFörderfähigkeit festlegen
BescheidEntwurfstext auf Basis der festgelegten BewertungBegründen und entscheiden

Warum die Reihung keine KI-Aufgabe ist

  • Es ist ein Verwaltungsakt. Antragstellende müssen nachvollziehen können, warum ihr Antrag schlechter bewertet wurde, und dagegen vorgehen können. Siehe KI im Widerspruchsverfahren.
  • Sprache ist keine Qualität. Ein Sprachmodell bewertet leicht den Schreibstil statt des Vorhabens. Das benachteiligt kleine Vereine ohne professionelle Antragsschreiber.
  • Keine erfundenen Tatsachen. Eine Zusammenfassung kann etwas hinzufügen, das nicht im Antrag steht. Lassen Sie jede Aussage auf die Quelle verweisen. Siehe KI-Halluzinationen.
  • Leistungen an Personen sind etwas anderes: Dort gilt das Hochrisiko-Regime der KI-Verordnung. Siehe KI im Sozialbereich.

Wie werqly es einrichtet

Mit werqly läuft die Prüfung auf einem eigenen Node. Anträge, Finanzierungspläne und Daten von Ansprechpersonen bleiben in Ihrer Infrastruktur, die Kriterien der Richtlinie stehen als Quelle bereit, und das Audit-Log zeigt je Antrag, welche Passagen zu welcher Bewertung gehörten. Siehe KI für Kommunen und Verwaltung.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Thema

Darf KI Förderanträge bewerten?

KI darf die Bewertung vorbereiten: Vollständigkeit prüfen, zusammenfassen und je Kriterium die einschlägigen Passagen finden. Bewertung und Bescheid bleiben bei der Behörde, weil ein Zuwendungsbescheid begründet und anfechtbar sein muss.

Kann KI Anträge bei einer Budgetgrenze reihen?

Technisch ja, aber es ist unklug. Ein Sprachmodell belohnt leicht Schreibstil statt Inhalt, und Antragstellende müssen nachvollziehen können, warum ihr Antrag weiter hinten landete. Überlassen Sie die Reihung den Prüfpersonen.

Ist KI bei Förderungen Hochrisiko nach der KI-Verordnung?

Zuwendungen an Organisationen fallen meist nicht unter Anhang III. KI, die über Ansprüche von Personen auf Leistungen oder wesentliche Dienste entscheidet, dagegen schon. Im Zweifel prüfen Sie die Anwendung und halten die Abwägung fest.

Wie verhindern wir, dass kleine Antragstellende benachteiligt werden?

Lassen Sie KI vorbereiten, nicht bewerten. Zusammenfassungen sollen den Inhalt wiedergeben statt den Stil zu beurteilen, und prüfen Sie stichprobenartig, ob Anträge kleiner Organisationen gleich gut zusammengefasst werden.

Quellen

  1. Verwaltungsverfahrensgesetz, § 39 (Begründung des Verwaltungsaktes)
  2. KI-Verordnung — Verordnung (EU) 2024/1689, Anhang III

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Regeln und Leitlinien ändern sich; prüfen Sie im Zweifel die genannten Quellen oder fragen Sie Ihre Rechtsabteilung oder Ihren Datenschutzbeauftragten.

Über den Autor

Tim Hoogstrate

Gründer von werqly

Tim Hoogstrate ist Softwareentwickler und Gründer von werqly. Er schreibt die Artikel im Wissensbereich: was DSGVO, KI-Verordnung und Branchenregeln verlangen, wenn Sie KI einsetzen, und wie Sie das in einer eigenen Umgebung regeln.

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