KI bei der Organisation von Wahlen: Wahlhelfer, Schulung und Wählerfragen, nie die Auszählung

Von · Aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Wahlen zu organisieren ist Logistik: Wahllokale, hunderte Wahlhelferinnen und Wahlhelfer gewinnen und schulen, Wahlbenachrichtigungen, Briefwahl, Wählerfragen und am Ende die Auszählung. KI kann Verfahrensfragen aus Wahlgesetz und Wahlordnung beantworten, Gewinnung und Einsatzpläne unterstützen und die Kommunikation vorbereiten. Stimmabgabe, Auszählung und Ergebnisfeststellung bleiben Handarbeit mit Papier, so wie es das Wahlrecht vorschreibt.

Die Operation

Eine mittelgroße Stadt besetzt an einem Wahlsonntag schnell hundert Urnen- und Briefwahlvorstände mit je fünf bis neun Mitgliedern, dazu Reserven. Jedes Mitglied muss geschult sein, jedes Wahllokal barrierefrei, jede Wählerin rechtzeitig benachrichtigt. Drumherum: Fragen zu Briefwahl, Wahlschein und Wahl aus dem Ausland, und die Niederschriften danach. In den Niederlanden ist seit 2023 zusätzlich ein kommunales Wahlbüro Pflicht, das die Ergebnisse prüft, bevor sie festgestellt werden.

Wo KI hilft

AufgabeWas KI tutWas das Wahlamt tut
GewinnungAnschreiben, Erinnerungen und Einsatzpläne nach VerfügbarkeitWählt aus und beruft
SchulungÜbungsfragen aus der Wahlordnung; ein Nachschlage-Assistent am WahltagSchult und entscheidet im Zweifel
WählerfragenAntworten aus Wahlgesetz, Wahlordnung und kommunaler Information, mit QuelleBearbeitet Ausnahmen
KommunikationSchreiben, Website und Nachrichten in verständlicher Sprache und mehreren SprachenPrüft auf Richtigkeit
NiederschriftenSammelt Niederschriften und Meldungen zu einer ÜbersichtDer Wahlausschuss stellt das Ergebnis fest

Siehe KI im Bürgerkontakt für die Bedingungen eines Assistenten für Bürgerinnen und Bürger.

Was KI-frei bleibt

  • Wählen und Zählen. Deutschland wählt mit Papier und zählt von Hand, seit das Bundesverfassungsgericht 2009 Wahlcomputer für unzulässig erklärt hat, weil der Vorgang für jeden nachvollziehbar sein muss. Daran ändert KI nichts, und das soll sie auch nicht.
  • Das Wählerverzeichnis. Wer wahlberechtigt ist, folgt aus dem Melderegister. Kein Modell kommt dazwischen. Siehe KI im Einwohnermeldeamt.
  • Beeinflussung. Die KI-Verordnung stuft KI zur Beeinflussung von Wählern als Hochrisiko ein. Eine Kommune informiert, und sie informiert neutral. Ein Assistent, der Fragen zu Parteien oder Positionen beantwortet, ist ausgeschlossen.
  • Eine falsche Antwort an eine Wählerin. Eine falsche Schließzeit oder eine erfundene Regel zur Briefwahl hat unmittelbare Folgen. Jede Antwort mit Quelle, Zweifelsfälle an eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter. Siehe KI-Halluzinationen.

Wie werqly dazu passt

Wahlhelfer sind Bürgerinnen und Bürger mit Name, Adresse und Verfügbarkeit; die Kommunikation mit Wählern enthält personenbezogene Daten. Mit werqly läuft alles auf einem eigenen Node, mit Wahlgesetz, Wahlordnung und kommunaler Information als Quelle. Das Audit-Log zeigt, welche Antwort auf welcher Quelle beruht, was hilft, wenn das Ergebnis angefochten wird. Siehe KI für Kommunen.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Thema

Darf KI bei der Auszählung eine Rolle spielen?

Nein. Das Wahlrecht schreibt die öffentliche Auszählung von Hand mit Niederschrift vor, gerade damit jeder sie prüfen kann. Das Bundesverfassungsgericht hat 2009 den Grundsatz der Öffentlichkeit der Wahl bekräftigt. KI hilft bei der Organisation drumherum, nicht beim Wahlvorgang.

Kann ein Assistent Wählerfragen beantworten?

Ja, zum Verfahren: Wahlbenachrichtigung, Briefwahl, Wahllokale, Öffnungszeiten, Ausweis. Jede Antwort mit Quellenangabe und einem Weg zu einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter. Nie zu Parteien, Kandidaten oder Positionen.

Wie ist es in den Niederlanden geregelt?

Seit 2023 richtet jede niederländische Kommune pro Wahl ein kommunales Wahlbüro ein, das die Ergebnisse prüft und Fehler transparent korrigiert, bevor das Ergebnis festgestellt wird. KI kann die Niederschriften bündeln; das Wahlbüro entscheidet.

Ist ein Wahllokal-Assistent Hochrisiko nach der KI-Verordnung?

Ein Nachschlage-Assistent für Verfahren nicht. KI, die das Ergebnis einer Wahl oder das Wahlverhalten beeinflussen soll, steht in Anhang III als Hochrisiko und hat in einer Kommune ohnehin nichts zu suchen.

Quellen

  1. Bundeswahlgesetz (BWahlG)
  2. Niederländisches Wahlgesetz (Kieswet)

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Regeln und Leitlinien ändern sich; prüfen Sie im Zweifel die genannten Quellen oder fragen Sie Ihre Rechtsabteilung oder Ihren Datenschutzbeauftragten.

Über den Autor

Tim Hoogstrate

Gründer von werqly

Tim Hoogstrate ist Softwareentwickler und Gründer von werqly. Er schreibt die Artikel im Wissensbereich: was DSGVO, KI-Verordnung und Branchenregeln verlangen, wenn Sie KI einsetzen, und wie Sie das in einer eigenen Umgebung regeln.

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