Zugriffsverwaltung für KI: Rollen, SSO und minimale Rechte
Kurz gesagt
Behandeln Sie KI wie jedes andere Geschäftssystem: Binden Sie sie per Single Sign-on an Ihren Identity Provider an, vergeben Sie Rechte pro Rolle und geben Sie jedem Nutzer, jeder Automatisierung und jedem Agenten nur, was nötig ist. Ein wichtiger Unterschied zu normaler Software: Die KI muss auch beim Abrufen von Dokumenten die Rechte des Nutzers beachten, sonst wird der Chat zur Hintertür zu Informationen, auf die jemand keinen Zugriff hat.
Warum KI eigene Aufmerksamkeit braucht
Bei einer normalen Anwendung bestimmt die Zugriffsverwaltung, welche Masken und Daten jemand sieht. Bei KI kommt etwas hinzu: Das Modell liest im Namen des Nutzers Dokumente, und ein Agent führt in seinem Namen Aktionen aus. Geschieht das nicht mit denselben Rechten, entstehen drei Probleme:
- Umgangene Rechte: Über die KI tauchen Informationen aus Ordnern auf, die der Nutzer selbst nicht öffnen darf. Siehe KI auf eigenen Dokumenten.
- Zu mächtige Agenten: Eine Automatisierung läuft mit einem Administratorkonto und kann mehr, als ihre Aufgabe erfordert. Siehe KI-Agenten unter Kontrolle.
- Verwaiste Konten: Mitarbeitende melden sich mit eigenen Konten bei KI-Diensten an, außerhalb Ihres Identity Providers, und behalten den Zugang nach dem Austritt.
So richten Sie es ein
- Single Sign-on über Ihren Identity Provider (zum Beispiel Entra ID oder einen anderen SAML- oder OIDC-Anbieter), damit Ein- und Austritte automatisch greifen.
- Gruppen als Grundlage für Rollen. Nutzen Sie die Gruppen, die Sie schon haben, etwa Abteilungen und Funktionen, und verknüpfen Sie damit, welche Modelle, Quellen und Automatisierungen verfügbar sind.
- Rechte beim Abruf durchreichen. Eine KI, die Dokumente durchsucht, filtert auf das, was dieser Nutzer im Quellsystem öffnen darf.
- Eigene Identitäten für Agenten, mit nur den Rechten, die ihre Aufgabe erfordert.
- Administratorrechte begrenzen. Wer Richtlinien, Protokolle und Modelle verwaltet, ist ein kleines, benanntes Team, möglichst mit Vier-Augen-Prinzip bei sensiblen Änderungen.
- Protokollierung pro Identität, damit jede Aktion einer Person oder einem Agenten zugeordnet werden kann.
KI in einer Zero-Trust-Architektur
Zero Trust folgt dem Grundsatz „nie vertrauen, immer prüfen“: Jeder Zugriff wird pro Anfrage anhand von Identität, Gerät und Kontext bewertet. Für KI bedeutet das:
| Prinzip | Anwendung auf KI |
|---|---|
| Explizit prüfen | Jede KI-Sitzung über SSO, mit MFA und Geräteprüfung gemäß Ihrer Richtlinie |
| Minimale Rechte | Pro Rolle nur die Modelle, Quellen und Automatisierungen, die nötig sind |
| Von einem Einbruch ausgehen | KI-Node in einem abgeschotteten Netzsegment, keine unnötigen ausgehenden Verbindungen, Protokolle ins SIEM |
Wie werqly das umsetzt
werqly bindet den KI-Node an Ihren Identity Provider an. In werqly AI Control nutzen Sie die Gruppen aus diesem Identity Provider, um pro Rolle festzulegen, welches Modell, welche Quellen und welche Automatisierungen verfügbar sind und welche Daten zurückgehalten werden. Quellen werden unter Beachtung der Rechte des Nutzers durchsucht, und jede Aktion steht mit Identität und Zeitstempel im Audit-Log.
Da der Node in Ihrem eigenen Netzwerk steht, unterliegt er Ihrer eigenen Netzsegmentierung und Überwachung, genau wie Ihre anderen kritischen Systeme. Siehe Was ist Private AI? und Einen KI-Anbieter bewerten.
Häufige Fragen
Fragen zu diesem Thema
Sollte eine KI-Umgebung an unseren Identity Provider angebunden sein?
Das ist sehr zu empfehlen. Mit Single Sign-on greifen Ein- und Austritte automatisch, Sie können MFA und Geräterichtlinien durchsetzen, und Sie stützen Rechte auf Gruppen, die Sie bereits verwalten.
Wie verhindere ich, dass die KI Dokumente zeigt, auf die jemand keinen Zugriff hat?
Indem beim Abruf von Dokumenten die Rechte des Nutzers aus dem Quellsystem beachtet werden. Die KI durchsucht dann nur, was diese Person selbst öffnen darf. Testen Sie das ausdrücklich mit einem Konto ohne Zugriff auf einen sensiblen Ordner.
Welche Rechte erhält ein KI-Agent?
Nur was seine Aufgabe erfordert, über eine eigene Identität, nicht über das Konto eines Mitarbeiters oder ein Administratorkonto. So können Sie Rechte getrennt verwalten, Aktionen nachvollziehen und den Agenten unabhängig von anderen abschalten.
Wer darf die KI-Umgebung verwalten?
Ein kleines, benanntes Team. Lassen Sie sensible Änderungen, etwa das Einsehen einzelner Prompts oder das Erweitern von Rechten, von zwei Personen freigeben und im Audit-Log festhalten.
Quellen
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Regeln und Leitlinien ändern sich; prüfen Sie im Zweifel die genannten Quellen oder fragen Sie Ihre Rechtsabteilung oder Ihren Datenschutzbeauftragten.