KI in der Bauleitplanung: Festsetzungen lesen, Konsistenz wahren und Bürgerfragen beantworten

Von · Aktualisiert · 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Eine Kommune hat oft hunderte Bebauungspläne aus verschiedenen Jahrzehnten, mit unterschiedlichen Begriffen, Baunutzungsverordnungen und Festsetzungen. Dazu kommen der Flächennutzungsplan und die Satzungen. KI kann Festsetzungen vergleichen, Überschneidungen und Widersprüche finden, Entwürfe in der festen Struktur erstellen und Bürgerfragen aus den geltenden Regeln beantworten. Der Beschluss bleibt beim Rat, und jede Aussage der KI verweist auf die Festsetzung, aus der sie stammt. In den Niederlanden treibt eine gesetzliche Frist bis 2032 dieselbe Arbeit an.

Die Aufgabe

Bebauungspläne nach § 30 BauGB gelten, bis sie geändert oder aufgehoben werden, und viele stammen aus den 1970er- und 1980er-Jahren mit der damaligen Baunutzungsverordnung. Wer heute ein Vorhaben prüft, muss wissen, welche Fassung gilt, was „Wohngebiet“ damals bedeutete und ob eine spätere Änderung greift. Wo kein Plan gilt, entscheidet § 34 nach der Umgebung. Dazu kommen Gestaltungssatzungen, Stellplatzsatzungen und der Flächennutzungsplan.

In den Niederlanden müssen alle Kommunen ihre alten Pläne bis 1. Januar 2032 in einen einzigen Umgebungsplan überführen. Deutsche Kommunen haben keine solche Frist, aber dasselbe Problem: Regelwerke aus Jahrzehnten, die nebeneinander gelten.

Wo KI hilft

AufgabeWas KI tutWas das Planungsamt tut
BestandsaufnahmeZieht aus allen Plänen die Festsetzungen je Thema: Geschosszahl, Art der Nutzung, StellplätzePrüft die Vollständigkeit
VergleichZeigt, wo Pläne sich widersprechen oder dasselbe anders formulierenWählt die neue Linie
EntwürfeErstellt textliche Festsetzungen in der Struktur und mit den Begriffen der aktuellen BauNVORedigiert und prüft rechtlich
KonsistenzMeldet Begriffe, die doppelt definiert sind, oder Verweise, die ins Leere gehenBehebt
BürgerfragenBeantwortet „darf ich hier eine Gaube bauen“ aus den geltenden Festsetzungen, mit der Festsetzung dabeiBearbeitet die Zweifelsfälle

Die Bürgerfragen schließen an KI in der Genehmigungspraxis an; die Auswertung von Stellungnahmen zu einem Planentwurf an Stellungnahmen mit KI auswerten.

Wo es schiefgeht

  • Eine erfundene Festsetzung. Ein Modell, das eine „wahrscheinliche“ Geschosszahl einträgt, ist gefährlicher als eines, das schweigt. Jede Aussage verweist auf eine Festsetzung; ohne Quelle keine Antwort. Siehe KI-Halluzinationen.
  • Karte und Text. Festsetzungen bedeuten nichts ohne die Lage. KI liest Text gut und Karten schlecht; koppeln Sie sie an die Geometrie aus dem Geoinformationssystem, statt das Modell raten zu lassen, wo eine Regel gilt.
  • Harmonisieren ist Politik. Wenn zwei Quartiere unterschiedliche Geschosszahlen haben, ist die Wahl einer Zahl eine politische Entscheidung. KI zeigt den Unterschied; der Rat entscheidet.
  • Fassungen. Eine Antwort an Bürgerinnen und Bürger muss die heute geltende Fassung betreffen. Mit konsolidierter Fassung und Datum arbeiten.

Wie werqly dazu passt

Festsetzungen sind öffentlich, Bauvoranfragen und Vorgespräche sind es nicht: Sie enthalten Namen, Adressen und Geschäftspläne. Mit werqly läuft alles auf einem eigenen Node, mit den Plänen als Quelle für alle und den Akten nur für die eigene Rolle. Das Audit-Log zeigt, welche Planfassung für welche Antwort genutzt wurde. Siehe KI für Kommunen.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Thema

Kann KI alte Bebauungspläne vergleichen und vereinheitlichen?

KI kann die Festsetzungen erfassen, vergleichen und Entwürfe in der aktuellen Struktur erstellen. Das Vereinheitlichen ist eine politische Entscheidung und der Beschluss liegt beim Rat. Rechnen Sie mit einer deutlichen Beschleunigung der Textarbeit, nicht mit einem automatischen Plan.

Dürfen Bürgerinnen und Bürger über KI fragen, was auf ihrem Grundstück erlaubt ist?

Ja, wenn die Antwort aus den geltenden Festsetzungen stammt, die Festsetzung dabeisteht und es einen klaren Weg zu einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter für Zweifelsfälle gibt. Die Antwort ist Information, kein Bescheid; das muss dabeistehen.

Gibt es in Deutschland eine Frist wie in den Niederlanden?

Nein. Niederländische Kommunen müssen ihre alten Pläne bis 1. Januar 2032 in einen Umgebungsplan überführen. In Deutschland gelten alte Bebauungspläne unbefristet weiter, was das Problem eher größer macht.

Wie verhindert man, dass KI eine Festsetzung erfindet?

Das Modell nur aus den bereitgestellten Festsetzungen antworten lassen, mit Pflicht zur Quellenangabe, und es „nicht gefunden“ sagen lassen, wenn die Regel fehlt. Vor der Inbetriebnahme mit Fragen testen, deren Antwort Sie kennen.

Quellen

  1. Baugesetzbuch (BauGB)
  2. Informatiepunt Leefomgeving — Übergangsphase Umgebungsplan bis Ende 2031 (Niederländisch)

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Regeln und Leitlinien ändern sich; prüfen Sie im Zweifel die genannten Quellen oder fragen Sie Ihre Rechtsabteilung oder Ihren Datenschutzbeauftragten.

Über den Autor

Tim Hoogstrate

Gründer von werqly

Tim Hoogstrate ist Softwareentwickler und Gründer von werqly. Er schreibt die Artikel im Wissensbereich: was DSGVO, KI-Verordnung und Branchenregeln verlangen, wenn Sie KI einsetzen, und wie Sie das in einer eigenen Umgebung regeln.

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